Publikation: “Totalitäre Immanenz” – von Rob Stirner

Totalitäre Immanenz will nichts Geringeres, als das Problem der Herrschaft als Ganzes in den Blick zu zwingen. Totalität und ihre Verkörperung Identität werden dafür kontrastiert zur Dissidenz als Alternative. Die Komplexe Ökonomie, Kultur und Technologie sowie ihr geteiltes Ideologiedreieck aus Liberalismus, Postmodernismus und Positivismus sind das resultierende Thema. ‘Think big’ ist insofern nichts, was dem Buch abgeht, denn es zeigt: wir stecken in einem riesigen Problem. Dergleichen wird Dorn im Auge sein jedem akademischen Habitus, der seine Hybris stets in Schutz bringt hinter wissenschaftlicher Demut. Mit Sicherheit ist der gewählte Rahmen, da er gesellschaftliche Totalität selbst fangen will, zu groß auch für Stirner – doch lässt er keinen Zweifel aufkommen, dass er einzig das zu Große angeht fürs Kleingeschlagene, Deviante, Minoritärste. Die Evidenz von Totalitäre Immanenz folgt nicht aus disziplinärer Diszipliniertheit, sondern aus der Individualempirie dissidenter Erfahrung. Der Reiz dieses Projekts ist nicht wissenschaftliche Differenziertheit, sondern unwissenschaftliche Gesamtttacke aufs Ganze als Falsches.

Publiziert Dezember 2020.

15,-€

ISBN: 978-3-753137-59-9

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